Die Ufnaustraße: Spielstraße mit kostenlosen Mitmach-Aktionen
Das Wetter ist durchwachsen am 22. September 2023, doch der guten Stimmung in der Ufnaustraße im Huttenkiez tut das keinen Abbruch. Sie ist an diesem Freitag zur temporären Spielstraße erklärt worden. Zwischen 15 und 18 Uhr wurde sie für den Autoverkehr gesperrt. Da es in Moabit nur wenige Freiflächen für Bewegung und nachbarschaftliche Aktivitäten gibt, verwandelt der Verein bwgt e.V. diesen Sommer im Rahmen des Projekts „Moabit bewegt sich“ die Ufnaustraße und Rostocker Straße an ausgewählten Nachmittagen zu Spiel- und Nachbarschaftsstraßen.
Der 22. September 2023 wurde bewusst ausgewählt, denn das ist der internationale autofreie Tag, und so ist die Ufnaustraße heute ein Ort zum Spielen und gegenseitigen Kennenlernen im Freien. Viele Einrichtungen und Vereine aus dem Kiez sind mit dabei, darunter das „Maker Mobil“, die Fahrbibliothek der Stadtbibliothek Mitte, Frauen vom SOS-Kinderdorf und von der „Mobilen Nachbarschaft in Moabit“ mit Kaffee und Tee sowie der Verein restlos Glücklich e.V. mit einem Stand seines Projektes „Prima Klima – Nachbarschaft grüner gestalten“. Dort steht es, ein Fahrrad, bei dem man Smoothies aus frisch geschnippeltem Obst produzieren kann, in dem man kräftig in die Pedale tritt. „Für Deinen eigenen Smoothie aus geretteten Lebensmitteln und gegen Lebensmittelverschwendung“, so die beiden jungen Vertreterinnen von RESTLOS GLÜCKLICH e.V. „Weniger Abfall und gesundes Essen für Dich und den Planeten“ lautet ein Motto des Vereins. Bei diesem Projekt geht es u.a. darum, in Moabit Beete und Grünflächen zu gestalten, Tauschmärkte und Kochkurse zu organisieren und „Aktionen für einen schöneren Kiez“.
Besonders viel los ist an dem Tisch vor dem Bus der Stadtbibliothek. Medienpädagoge Günter Baumgarn erklärt, was in diesem einzigen mobilen seiner Art - 14 sogenannte „Maker Spaces“ (Macher-Orte) gibt es in Berlin - alles möglich ist: vom 3-D-Druck über bis zur Bücherausleihe. 13 Kinder oder 8 Erwachsene passen in den Bus, bei schönem Wetter wie heute in der Ufnaustraße kann natürlich auch davor im Freien gebastelt werden. 3 bis 4 Mal pro Woche ist dieses „MakerMobil“ an wechselnden Orten im Bezirk Mitte im Einsatz. Am beliebtesten bei Kindern in der Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren sei es, „Bürstenbots“ herzustellen. Das könne man gut in einer Unterrichtsstunde schaffen, so Günter Baumgarn. Eine neue Hülle für’s Handy hingegen würde 6 Stunden dauern. Die Idee hinter diesem Macher-Bus der Bibliothek ist es, aus einer eigenen Idee heraus „etwas selbst zu machen und nicht nur zu konsumieren“. Das gilt übrigens für alle Altersgruppen, auch mit Menschen im Seniorenalter hatte Günter Baumgarn schon Kurse im 3-Druck im Moabiter Stadtschloss. Vorbei an Ball spielenden Kindern hin zu den Frauen vom SOS-Kinderdorf. Bei ihnen steht ein großer Kasten mit bunten Perlen aus Kunststoff, die für Perlenketten verwendet werden. Am Kaffee-Rad, das das Team der Mobilen Stadtarbeit vom QM
Beusselstraße ausgeliehen hat, steht gerade Kira aus Moabit-Ost, die gerade ihre Kollegin Susann (Moabit-West) vertritt. Sie berichtet, dass Interessierte am Engagement im Kiez sie und ihre Kollegin Katharina Homann immer dienstags von 16 bis 19 Uhr im Stadtteilladen „Stephans“ antreffen kann. Susann Wehrmann und ihren Kollegen Camilo Correa Costa sind für den Träger Moabiter Ratschlag e.V. für „Kiez machen - Mobile Stadtteilarbeit in Moabit“ im Westteil von Moabit verantwortlich. Wer die beiden kennenlernen möchte, Unterstützung braucht oder eigene Ideen hat, trifft sie immer mittwochs von 14 bis 18 Uhr im Stadtschloss-Treff in der Rostocker Straße 32B.
Text & Fotos: © Gerald Backhaus 2023
Kontakte zu den beteiligten Akteuren und Institutionen:
www.voebb.de/makerspaces
www.restlos-gluecklich.berlin
https://www.sos-kinderdorf.de/kinderdorf-berlin
https://moabiter-ratschlag.de/orte/kiez-machen-mobile-stadtteilarbeit-in-moabit/
Kiezplattform: www.moabit.world