Klimaschutz zum Anfassen: Maßnahmen und Beobachtungen
An den besuchten Orten standen praktische Lösungen im Mittelpunkt: Regentonnen als schnelle, kostengünstige und wirksame Maßnahme zur Klimaanpassung, Entsiegelungen, große und kleine Begrünungen sowie der Stadtumbau – etwa der Rückbau von Uferkanten an Gewässern.
Besonders die Regentonne überzeugte als niedrigschwellige, aber hochwirksame Maßnahme, die sich ideal für nachbarschaftliches Engagement eignet. Die Teilnehmenden lernten spielerisch ihre Wirksamkeit kennen: Mit Quiz-Fragen wie zum Beispiel „Wie viele Badewannen Regen fallen durchschnittlich im Jahr auf 1 m² Fläche in Berlin?“ (Antwort: ca. 4!).
Daneben gab es auch andere interaktive Möglichkeiten, das Stadtklima erfahrbar zu machen: Mit Temperaturmessgeräten wurden Temperatur-Unterschiede auf verschiedenen Oberflächen erfasst. Zum Beispiel unter dem Schatten eines Baumes im Vergleich zum offenen Sandkasten. So wurde erlebbar, wie Begrünung und Beschattung nicht nur spürbar, sondern auch messbar das Mikroklima verbessern.
Auch die Stadtnatur stand im Fokus des Spaziergangs: Pflanzen verraten viel über den menschlichen Einfluss auf die Umwelt – und manchmal sogar über die Zukunft, die uns bevorsteht. Wächst unten am Boden noch das, was oben in der Baumkrone das Blätterdach bildet? (Antwort: Nicht unbedingt! Aber jede Menge Götterbäume). Die Stadt bietet dafür als vielfältiger Lebensraum extreme Kontraste: Während auf einer Straße im Sommer fast mediterranes Klima herrscht, können nur wenige Meter entfernt im Hinterhof einer Blockrandbebauung kühle, windgeschützte Mikroklimata entstehen – ähnlich wie in geschützten Schluchten.
Ausblick: Pilotmaßnahmen, Klimabericht und Mitmach-Angebot
Das Projekt „Kühle Ecken entdecken“ läuft noch bis Ende 2026. Geplant sind:
- Weitere Umsetzung von Pilotmaßnahmen
- Erstellung eines Klimaberichts mit Analyse des Quartiers (basierend auf Daten des Umweltatlas Berlin, Vor-Ort-Begehungen und Stimmen aus der Nachbarschaft)
- Maßnahmenkarte vom Quartier – mit durchgeführten Maßnahmen, Potenzialstandorten für weitere und Tipps, wo man sich an heißen Tagen erholen, abkühlen und erfrischen kann
Mitmachen lohnt sich!
Alle Interessierten – aus dem QM-Gebiet Beusselstraße oder darüber hinaus – sind herzlich eingeladen, sich unter beussel@ag-urban.de zu melden, informieren. auszutauschen und das Projekt aktiv mitzugestalten.