Zahlreiche Teilnehmende beim Rundgang durch den Huttenkiez
Los ging es an der Schule selbst, die direkt am Neuen Ufer liegt und zu dessen Geschichte und Architektur Herr Holthus aufklärte. Besonders interessant waren hier die Eindrücke einer ehemaligen Schulleiterin, die über ihre Arbeit redete.
Weiter ging es dann in Richtung Spreeufer, von wo es einen idyllischen Blick in Richtung Charlottenburg gibt. Hier waren einmal mehrere Brücken geplant, von denen aber (bisher) noch keine erbaut wurde.
An der Kaiserin-Augusta-Allee wurden wir über die industrielle Geschichte Moabits aufgeklärt. In einem großen Hinterhof erklärte Andreas Szagun, dass hier früher auch die Parteizeitung der SED-West gedruckt wurde. Aber auch die jungen Kreativen haben heute an diesem Ort ihr Plätzchen gefunden: Im ersten Stock eines ehemaligen Fabrikgeländes residiert der Petersburg Art Space. Künstler*innen aus aller Welt können sich hier entfalten und günstig leben.
Entlang an alten Wasserbrunnen und historischen öffentlichen Toiletten ging es natürlich zu den Ludwig-Loewe-Höfen, die sinnbildlich für das große industrielle Erbe Loewes in Moabit stehen.
Wer hätte es gedacht? In einem weiteren alten Industriekomplex wurden Klassiker der Neuen Deutschen Welle aufgenommen, u.a. von Trio oder Nina Hagen.
Nicht unweit davon klärte uns dann ein Hotelier in der Ufnaustraße auf, wie sich der Kiez heute gestaltet, was die Menschen beschäftigt, wo es Verbesserungsbedarf gibt und was ihm persönlich und beruflich gut gefällt.
An der Wiebestraße befinden sich die alten BVG-Straßenbahnhallen. Nicht immer war die Vergangenheit so wie es die restaurierten Gebäude vermuten lassen: Während der NS-Zeit mussten hier Zwangsarbeiter*innen für die umliegenden Fabriken arbeiten. Auch dieses Kapitel Moabits muss auch heute im Gedächtnis bleiben.
Die “Architekturikone Moabits schlechthin”, die AEG-Turbinenhallen, in denen bis heute Siemens tätig ist, bildeten den letzten Halt dieses umfassenden und facettenreichen Rundgangs durch einen kleinen, aber aufregenden Kiez.
Am Ende kamen noch einmal alle am Quartiersbüro zusammen, um bei kühlen Getränken und Snacks den Tag ausklingen zu lassen. Wir sagen danke an alle Beteiligten und insbesondere Wilhelm Holthus für diesen tollen Rundgang! Bis zum nächsten Mal!
Bilder: S.T.E.R.N. GmbH (1-9), Karin Holthus (10-18)