Das Stadtteilplenum

Das Stadtteilplenum ist ein offenes Plenum für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Engagierte in Moabit, das seit 2002 durch das Quartiersmanagement Beusselstraße (Moabit West) in Kooperation mit dem Moabiter Ratschlag e.V. organisiert wird. Seit 2021 sind auch das Quartiersmanagement Moabit Ost und die Stadtteilkoordination Moabit Ost im Planungsteam. Jedes Plenum setzt sich ein bestimmtes Thema als Schwerpunkt, zu dem  Expertinnen und Experten als Gäste eingeladen werden. Dies können Bezirksamtsmitarbeiterinnen, Vertreter aus der Politik oder anderer Institutionen sein. Sie diskutieren gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern oder stellen ihr eigenes Tun vor. Darüber hinaus tauscht sich die Anwohnerschaft über Aktuelles aus dem Kiez aus. 

Das Plenum tagt alle zwei bis drei Monate an einem Dienstagabend, z.B. im Stadtschloss Moabit, an anderen Orten in Moabit oder digital. 

Die Nachbarschaft ist herzlich eingeladen, am Stadtteilplenum teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig und der Eintritt ist kostenfrei. Wenn Sie eine Ankündigung für den Kiez haben oder Ihr Projekt öffentlich im Stadtteilplenum vorstellen wollen, können Sie uns gerne kontaktieren. 

Das Stadtteilplenum stellt Weichen für eine neue Interessenvertretung in Moabit

Das Stadtteilplenum stellt Weichen für eine neue Interessenvertretung in Moabit

Das Stadtteilplenum stellt Weichen für eine neue Interessenvertretung in Moabit

Am 23. Juni 2026 fand in der frisch eröffneten Kulturmanege das Moabiter Stadtteilplenum statt. Bereits zum dritten Mal stand die Frage im Mittelpunkt, wie Gremienarbeit und Beteiligungsstrukturen in Moabit nach dem Auslaufen der Quartiersmanagements Moabit-Ost und Beusselstraße sowie der Stadtteilvertretung Turmstraße künftig gestaltet und weiterentwickelt werden können. „Warum braucht es eine Bürgervertretung? Wir brauchen sie für Demokratie!“, brachte Moderatorin Esther Klobe-Weihmann es zu Beginn auf den Punkt.

Zur Zukunft der Fischerpinte am Plötzensee

Nach der Begrüßung und einem kurzen Rückblick auf den bisherigen Prozess informierte Svenja Wagner über die aktuellen Entwicklungen rund um die Fischerpinte am Plötzensee. Nach dem Tod des bisherigen Pächters ist die Zukunft des traditionsreichen Ausflugslokals weiterhin ungewiss. Viele Anwohner*innen setzen sich für den Erhalt als sozialen und gastronomischen Treffpunkt ein. Gleichzeitig befindet sich ein Verein in Gründung, der die Interessen rund um die Fischerpinte bündeln und sich für ihren Erhalt einsetzen möchte. Über die aktuelle Situation berichtete kürzlich auch das Moabiter Kiezmedium MOAZIN.

Bezirksstadtrat Ephraim Gothe nahm erneut am Stadtteilplenum teil

Auch Bezirksstadtrat Ephraim Gothe nahm erneut am Stadtteilplenum teil und unterstrich die Bedeutung einer Interessenvertretung aus dem Quartier. Er warb dafür, dass sich die Zivilgesellschaft selbst organisiert und Strukturen entwickelt, die eine kontinuierliche und systematische Zusammenarbeit mit der Bezirksverwaltung ermöglichen. Zudem bekräftigte er sein bereits im vorangegangenen Plenum unterbreitetes Angebot, zwei- bis dreimal jährlich eine gemeinsame Bürger*innensprechstunde mit der Bezirksverwaltung durchzuführen, in der vorab gebündelte Themen aus dem Stadtteil beraten werden könnten.

Den Informationsfluss sowie die Transparenz gegenüber der Moabiter Zivilgesellschaft zu stärken sei insbesondere vor dem Hintergrund zahlreicher größerer privater Investitionsvorhaben an den Rändern Moabits in den kommenden Jahren relevant: Dazu zählen etwa die Berlin Decks, Entwicklungen im Bereich Westhafen, die Sanierung des Großmarkts sowie der Bau der neuen Konzernzentrale von Siemens Energy. Zudem stellte der Bezirksstadtrat eine Auswahl zentraler Projekte der Städtebauförderung in Moabit aus den vergangenen Jahren vor. Dazu zählen insbesondere das Programm „Lebendige Zentren Turmstraße“ sowie die Quartiersmanagementgebiete Moabit-Ost und Beusselstraße. Diese Förderkulissen hätten in den vergangenen Jahren wesentlich zur Entwicklung des Stadtteils beigetragen. Die entsprechenden Präsentationsunterlagen sind diesem Bericht beigefügt.

Auf Nachfrage aus dem Publikum nach Best-Practice-Beispielen wurden das Stadtteilforum Tiergarten Süd sowie der Runde Tisch Sprengelkiez genannt. Beide Strukturen waren bereits im Stadtteilplenum am 21. April 2026 vorgestellt worden und zeigten auf, wie Beteiligungs- und Gremienarbeit nach dem Ende der jeweiligen Quartiersmanagements fortgeführt werden kann.

Zur Weiterentwicklung und Legitimation einer Moabiter Interessensvertretung

Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in zwei Gruppen weiter. Die Arbeitsgruppe zum BVV-Antrag befasste sich mit der finalen Überarbeitung des gemeinsamen Antrags der Stadtteilvertretung Turmstraße sowie der Quartiersräte Beusselstraße und Moabit-Ost, der am 29. Juni im Ausschuss Soziale Stadt der BVV Mitte beraten werden soll. Ziel des Antrags ist es, die demokratische Bürgerbeteiligung in Moabit auch über das Ende der Förderkulissen hinaus zu sichern und verbindliche Mitbestimmungsstrukturen für die Stadtteilentwicklung zu etablieren. Im Rahmen des Stadtteilplenums wurde der Antrag gemeinsam weiterentwickelt und in seine endgültige Fassung gebracht, sodass er anschließend in den Ausschuss eingebracht werden konnte.

Die zweite Gruppe widmete sich den Ressourcen einer künftigen Moabiter Interessenvertretung. Dabei wurde deutlich, dass im Stadtteil bereits zahlreiche Strukturen und Kompetenzen vorhanden sind – von diversen Netzwerken, Initiativen, Räumen und Organisationen (bspw. dem B-Laden, dem Stephans, dem Artschutztheater oder der MUT e.G.), über vielfältige Kommunikationskanäle (u.a. das MOAZIN) bis hin zu umfangreichen fachlichen, sprachlichen und sozialen Ressourcen generell. Ebenso wurden zentrale Themen wie Demokratie und Mitbestimmung, Vernetzung, Teilhabe und Inklusion sowie die Lebensqualität im Stadtteil benannt, für die es sich mit den bereits vorhandenen Fähigkeiten und Interessen stark zu machen gilt.

Im Workshop wurde deutlich, dass es hiervon eine ganze Bandbreite gibt: Von Wissen über Öffentlichkeitsarbeit durch Soziale Medien oder zu behinderten- und wohnungspolitischen Themen über die Expertise im Bereich Nachbarschaftsarbeit und lokalem politischem Engagement bis hin zu Erfahrungen im Verwaltungsbereich oder dem reinen Vorhandensein der Ressourcen Zeit und Neugierde war alles dabei, um eine künftige Interessenvertretung mit Inhalt zu füllen.

Ephraim Gothe bewarb noch einmal den Ausschuss „Soziale Stadt“, in dem es möglich sei Themen und Forderungen aus dem Stadtteil einzubringen. Als positives Beispiel der Interessenvertretung auf kommunaler Ebene erwähnte er zudem den Bürgerverein Hansaviertel. Peter Kapsch von der Stadtteilkoordination Moabit-West unterstrich, dass Perspektiven von marginalisierten Gruppen Einfluss in ein sich neu bildendes Gremium Einfluss finden müssten. Jessica Schröder vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit betonte die Relevanz eines festen Organisationsteams als Grundlage für eine stetige Arbeit. Susanne Torka vom B-Laden misst vor allem der Schaffung neuer Orte zum Zusammenkommen in einem sich im Wandel befindlichen Ortsteil hohe Bedeutung zu, während der Moabiter Abgeordnete Taylan Kurt eine mögliche Ausstattung mit Geldern der neuen Bürgervertretung in die Diskussion einbrachte.

Zum Abschluss des Plenums wurde die Bedeutung einer besseren Sichtbarkeit und Bündelung dieser Ressourcen hervorgehoben. Gleichzeitig wurde betont, dass eine zukünftige Interessenvertretung auf den bestehenden Potenzialen aufbauen und sie stärker miteinander verbinden sollte.

Das nächste Stadtteilplenum findet am 25. August 2026 statt. Ort und Thema werden noch bekannt gegeben.

 

Text & Fotos: QM Beusselstraße

kommende Termine

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